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Open Source rettet die Welt!

© danielschoenen - Fotolia.com
In wirtschaftlich schlechten Zeiten steht bei besonders betroffenen Unternehmen häufig nur noch ein Punkt auf der Tagesordnung: Einsparungen. Je nach Größenordnung der finanziellen Engpässe werden auch schon mal "Heilige Kühe" geschlachtet, die zuvor über viele Jahre unantastbar schienen.
So wird dann auch die Softwareausstattung einer Firma unter die wirtschaftliche Lupe genommen und die dürfte in nahezu 100 Prozent der Fälle ein enormes Einsparpotential aufweisen, vergleicht man Bezahlsoftware mit lizenzkostenfreier Open Source Software.
Vor allem für den Bereich der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) könnte Open Source die Rettung bedeuten. Hier machen die Kosten für proprietäre Software häufig einen bedeutenden Anteil an den Gesamtausgaben des Unternehmens aus. Ein Umstieg auf freie Software kann in solchen Unternehmensgrößen relativ einfach und schnell vollzogen werden. Entsprechende Open Source Software ist frei verfügbar, schnell aus dem Internet geladen und installiert. Allein für spezielle Anpassungen, die sehr viel häufiger möglich sind als bei Bezahlsoftware, und für Supportleistungen werden überhaupt Gelder benötigt. Als Ergebnis erhalten die Unternehmen dann aber auch eine auf ihre Bedürfnisse eingerichtete Softwareausstattung, die im Idealfall keine weiteren Kosten nach sich zieht.
Proprietäre Software lässt sich dagegen oftmals nur geringfügig bis gar nicht skalieren oder anpassen. Hier werden große Pakete mit einer maximalen Funktionsvielfalt auf dem Markt geworfen, die von kaum einem Anwender alle genutzt werden oder manche Anwender schlicht überfordern dürften. Als Resultat werden die Mitarbeiter mit speziellen Schulungen auf die Arbeit mit diesen Funktionsungetümen vorbereitet. Dabei entstehen zusätzliche Kosten, die selten in den ursprünglichen Kostenkalkulationen veranschlagt wurden. Unternehmen bezahlen also doppelt für Funktionen, die sie nicht brauchen, denn auch die Entwicklung von nicht benötigten Funktionen lassen sich die Softwarehersteller bezahlen.
Open Source Software könnte sich für viele kleine und mittlere Firmen als Rettung erweisen. Allein der Umstieg von Microsoft Office auf OpenOffice könnte einer Firma mit 20 Mitarbeitern je nach verwendeter Version zwischen knapp 2.000 Euro und knapp 13.000 Euro Einsparung bringen. Steigt die Firma dann auch noch von Adobe Photoshop auf das lizenzkostenfreie Gimp um, so lassen sich noch mal etwa 17.000 Euro sparen. Wer zudem noch von Microsoft SQL Server auf den freien MySQL Server umsteigt, spart noch einmal zwischen mindestens 1.000 Euro und knapp 27.000 Euro (Enterprise Edition).
Viele Startups machen es vor: Sie setzen oftmals auf Open Source Software - zum einen aus Kostengründen, zum anderen aus Überzeugung. Schließlich spart quelloffene Software nicht nur Geld, sie bringt auch ein Stück Zukunftssicherheit: Die eigenen Daten sind nicht in Dateiformaten gefangen, deren Aufbau nur eine Firma auf der Welt kennt.
Und: Weite Teile des Web 2.0 sind ohne freie Software wie den Apache-Webserver, wie die Kombination PHP und MySQL oder wie Content Management Systeme vom Schlage eines TYPO3, Drupal oder WordPress gar nicht denkbar.
Aus all dem ergibt sich ein Trend, der beispielsweise auch bei der CeBIT ankommt, die Open Source 2009 deutlich mehr Platz als je zuvor einräumt.
So rettet Open Source Software vielleicht nicht gleich die ganze Welt. Aber sie hilft, Ideen umzusetzen und Projekte auf die Straße zu bringen. Die Krise wird (wie so oft) zur Chance: Zur Chance, dass sich freie Software und freie Standards in Bereichen durchsetzen, die heute noch gar nicht daran denken.
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