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Trendstudie: Open Source ist in deutschen Unternehmen angekommen
In einer Studie aus dem Herbst 2008 befragten heise open und das Softwareunternehmen Wilken Unternehmen in Deutschland zum Einsatz von Open Source. Das Ergebnis: Open Source ist in den Unternehmen angekommen. In vielen Bereichen haben sich lizenzkostenfreie Lösungen etabliert, doch es gibt auch Unterschiede in Bezug auf die Einsatzgebiete und die Unternehmensgröße. Die Trendstudie Open Source wurde in Form einer Online-Umfrage durchgeführt, an der sich insgesamt 3.500 Personen beteiligt haben. Auch wenn lediglich 1.312 Teilnehmer vollständige Datensätze geliefert haben, ist damit laut heise open der bisher umfangreichste Datenbestand zum Open-Source-Einsatz in Deutschland entstanden. Die Ergebnisse der Studie sind ebenso interessant wie vielschichtig. Einige der Kernaussagen stellen wir hier vor.
Einfluss der Unternehmensgröße
Um vergleichbare und repräsentative Aussagen erhalten zu können, müsste die Zusammensetzung der Teilnehmer in etwa der Zusammensetzung der Gesamtheit entsprechen. Dies ist leider in der Studie nicht der Fall, da kleinere Unternehmen unterrepräsentiert und mittlere und größere Unternehmen überrepräsentiert sind. Dennoch ergeben sich aus den Daten interessante Erkenntnisse:
* Lizenzkosten sparen ist der am häufigsten genannte Grund für den Einsatz von Open Source. Dabei ist es wenig überraschend, dass darauf kleine Firmen (weniger als zehn Mitarbeiter) besonderen Wert legen.
* Kleine Unternehmen setzen häufiger innovative Software ein als größere Unternehmen. Beispielsweise setzen 86 Prozent der kleinen Betriebe auf freie Office-Anwendungen, während nur 41 Prozent der großen Firmen dies tun.
* Bei den klassischen Open-Source-Einsatzbereichen wie Server-Betriebssysteme, Virtualisierung oder Datenbanken gibt es dagegen keine größeren Unterschiede in Bezug auf die Unternehmensgröße.
Die stärksten Open-Source-Bereiche
In den klassischen Einsatzgebieten wurde auch nach den verwendeten Produkten gefragt. Hier einige Beispiele:
* Server-Betriebssystem: Bei den freien Betriebssystemen liegt Debian GNU/Linux mit 47 Prozent vorne, gefolgt von Ubuntu mit 32 Prozent. Bei den großen Unternehmen liegt allerdings Suse Linux Enterprise mit 54 Prozent deutlich vorne.
* Content Management: Hier dominiert TYPO3 mit über 40 Prozent, vor Joomla und WordPress. Gerade große Unternehmen setzen auf TYPO3, während kleinere Firmen eher auf Joomla zurückgreifen. Interessant ist hier auch der hohe Anteil an selbst entwickelten CMS-Lösungen (über 25 Prozent).
* Groupware: Ähnlich wie bei den CMS liegt hier der Anteil der Eigenentwicklungen sehr hoch (über 25 Prozent). Führend ist eGroupware mit 22 Prozent, vor Open-Xchange mit 18 Prozent.
Zusammenfassung
Open Source ist in Deutschland in den Unternehmen angekommen. Für rund 40 Prozent haben Open-Source-Lösungen eine unternehmenskritische Bedeutung und bei weiteren 43 Prozent spielt sie eine wichtige Rolle.
Bei den Motiven ist die Einsparung von Lizenzkosten mit knapp 90 Prozent der wichtigste Grund für die Unternehmen auf Open Source zu setzen. Aber auch die Unabhängigkeit von den Herstellern, die Verfügbarkeit der Quellcodes und die technischen Vorzüge werden häufig als Gründe genannt.
Bei der Zufriedenheit liegt Open-Source-Software deutlich vor der proprietären Software. Fast 90 Prozent bewerten Open-Source-Software mit “sehr gut” oder “gut”. Bei der lizenzpflichtigen Software sind es lediglich 44 Prozent.
Die größten Probleme macht die Integration mit vorhandener Software. Die Behauptung, der mangelhafte professionelle Support sei ein Argument gegen Open Source, kann die Studie dagegen nicht bestätigen. Nur 35 Prozent der befragten Unternehmen nimmt überhaupt externen Support in Anspruch und ist dann meist auch zufrieden mit der Leistung.
Quelle: t3n.yeebase.com
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